Gold im Speed & Silber im Leadklettern

Nach dem World Cup in München machte ich zuerst einmal eine Woche Pause. Ich berührte in dieser Zeit keinen Griff und nutzte die Zeit für andere Dinge, die sonst immer zu kurz kommen. Danach war ich wieder vermehrt am Seil anzutreffen. Nach einigen Wochen hatte ich langsam wieder eine gewisse Ausdauer beisammen und das Leadklettern fing an richtig Spass zu machen. Ich trainierte nicht mehr ganz so verbissen wie in der Wettkampfsaison, mehr um nicht ganz aus der Form zu geraten und natürlich hinsichtlich auf die Leadwettkämpfe. Meine Aufmerksamkeit widmete ich nun hauptsächlich dem Bau meines Trainingsraumes. Ich komme gut voran und die ersten 3 Wände stehen nun bereits. Somit ist die Hälfte geschafft von den 6 Wänden. Mein Ziel ist es bis Ende Jahr fertig zu werden um den grössten Teil meines Aufbautrainings für die kommende Saison dort zu absolvieren.

Am 7. Oktober, war dann die Schweizermeisterschaft im Speedklettern. Auch dieses Jahr, nahm ich wieder daran teil. Es gehört einfach dazu auch in den anderen Disziplinen zu starten. Diesmal wollte ich nicht ganz unvorbereitet teilnehmen. So ging ich davor 3-4 Mal nach Ittigen um an der originalen Speedroute zu trainieren. In der Qualifikationsrunde schaffte ich es erstmals unter 10 Sekunden an der 15 Meter Wand. Das Training hatte also doch etwas gebracht :) So belegte ich den 3. Rang nach der Qualifikation. Nun musste ich im Halbfinale gegen den 2 rangierten antreten. Unsere Qualizeiten waren nicht weit auseinander und so sah ich die Chance einmal im Speedklettern eine Runde weiter zu kommen. Ich verbesserte meine Zeit wieder und hatte das Glück, dass mein Konkurrent einen Fehler machte. So stand ich im grossen Finale. Der 2. Platz war mir also sicher. Für mich war es eigentlich mehr als ich mir vorstellen konnte im Speedklettern eine Medaille zu holen. Nun musste ich gegen den Titelverteidiger Raoul Waltenspühl antreten. Natürlich wusste ich, dass ich keine Chance hatte wenn er seine Zeit nach oben bringt. Jedoch hatte ich den Vorteil ohne Druck zu starten und ich wusste, wenn ich meinen Lauf ohne Fehler nach oben bringe und er einen Fehler macht, ist es vielleicht möglich :) Genau so geschah es dann auch. Ich konnte eine persönliche Bestzeit mit 9.09 sek. aufstellen und Raoul machte einen kleinen Fehler und so war ich um 30 Hundertstel schneller. Ich konnte es kaum glauben... Es war wirklich etwas Glück mit dabei und es hätte auch ganz anders ausgehen können. Aber es ist nun mal Geschehen und ich freue mich natürlich darüber:)

Drei Wochen später, am 28. Oktober ging es dann mit der Lead Schweizermeisterschaft weiter. Für das Seilklettern hatte ich nun schon etwas mehr trainiert und so kommen dann auch schnell die Erwartungen an sich selbst. Mein erstes Ziel war in das Finale zu kommen. Jedoch kletterte ich in den beiden Qualirouten so verkrampft, dass ich mein Ziel fast verpasst hätte. Mit dem 5. und somit dem letzten Finalplatz rutschte ich noch ganz knapp hinein. Da im Finale in umgekehrter Reihenfolge gestartet wird, eröffnete ich das Finale. Nun war ich nicht mehr so verkrampft und die Nervosität hatte sich auch gelegt. Ich kletterte viel entspannter und konnte mich voll auf den Wettkampf konzentrieren. Ein Sprung in der Mitte der Route machte mir etwas sorgen, stellte sich aber für mich nicht so schwer heraus. Ich kam in einen guten Rhythmus und stürzte dann etwa im letzten viertel der Route. Ich war selber etwas überrascht, dass ich so weit gekommen war. Bevor ich stürzte war ich etwas hastig und nahm mir nicht genug Zeit, evtl. wären noch ein paar Züge mehr möglich gewesen. Doch ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich konnte viel befreiter klettern als in der Qualifikation und es hat richtig Spass gemacht. Die beiden Topathleten Dimitri Vogt und Sascha Lehmann stürzten beide am Sprung. Ich denke, da hatte ich einen kleinen Vorteil mit meiner Grösse. Gegen die beiden hätte ich nämlich sonst keine Chance :) So gewann Marco Müller verdient die Goldmedaille und ich landete auf dem 2. Rang.

Für mich war dies einen super Abschluss des Swiss Climbing Cups 2017. Mit den zweiten Rang konnte ich ganz knapp die Gesamtwertung 2017 für mich entscheiden und zum ersten Mal bei der Elite holte ich mir einen kompletten Medaillensatz an den jeweiligen Schweizermeisterschaften. Rang 1 im Speedklettern, Rang 2 im Vorstiegsklettern und Rang 3 im Bouldern. Mit diesen Rangierung und meinem besten World Cup Resultat in der Tasche, ist dieses Jahr nun noch deutlicher zu meiner besten Saison geworden. Nun gehe ich für 2 Wochen nach Finale Ligure um etwas abzuschalten und am Seil zu klettern. Danach werde ich noch an den Heeresmeisterschaften in Österreich teilnehmen und mit dem Bärecup in Sumiswald die Saison 2017 endgültig beenden. Danach kann ich es kaum erwarten wieder richtig mit dem Training anzufangen und für die Saison 2018 zu planen.

Rangliste SM Speed HIER

Rangliste SM Lead HIER

Gesamtwertung Bächli Swiss Climbing Cup 2017 HIER

Fotos HIER

categories: klettern, wettkaempfe, 2017

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Published on: 26 November 2017
Posted by: Kevin Heiniger