BSCC Minimum Zürich

Am Samstag, 4. März, war es endlich soweit. Die Saison 2017 ging endlich los. In der Boulderhalle „Minimum Zürich“, fand der erste Bächli Swiss Climbing Cup in der Disziplin Bouldern statt. Ich konnte es kaum erwarten, nach den vielen Trainings wieder Wettkämpfe zu klettern. Zudem sind die ersten Wettkämpfe auch immer ein guter Formtest, um zu sehen ob das Training gefruchtet hat.

Dieses Jahr war der Qualifikationsmodus endlich wieder wie im World Cup. In den letzten Jahren kletterten alle gleichzeitig, man hatte 2 Stunden Zeit um 8 Boulderprobleme zu lösen. Jedoch konnte man den anderen zusehen und musste gut taktieren, da man oft lange Wartezeiten hatte, wenn viele den selben Boulder versuchten. Doch in Zürich hatten wir endlich wieder den 5x5 Modus. Also immer 5min klettern, 5min Pause bis man alle 5 Boulder durch hat. So hat man seine eigene Zeit und die anderen können nicht zusehen. Was für uns von Vorteil ist, so ist es ein gutes Training für die kommenden World Cups.

Nun ging es also los mit der Qualifikation. Mit einwenig Anspannung ging es zum ersten Boulder der Saison. Es ging gleich mit einer technischen Platte los, was meine Stärke ist. Jedoch war ich noch nicht ganz so locker und noch etwas verkrampft, da man den ersten Boulder unbedingt klettern will. So lies ich ein paar unnötige Versuche im ersten Boulder, bis ich ihn im 5. Anlauf kletterte. Die restlichen 4 Boulderprobleme waren eher kräftiger, jedoch konnte ich alle gleich im ersten Versuch Top klettern. Ich war die ganze Qualifikation noch etwas zu verkrampft und wollte alles auf sicher klettern. Es hatte trotzdem funktioniert und ich lag nach der Quali auf dem 2. Rang mit 5 Tops in 9 Versuchen. Jedoch fehlte noch die gewisse Lockerheit, die es an den Wettkämpfen braucht. Denn man kann nicht immer alles auf sicher klettern. Manchmal muss man riskieren um ans Ziel zu gelangen. Doch dies kommt meistens automatisch mit den ersten Wettkämpfen, wenn man aus dem Trainingsmodus hinaus kommt und ins Wettkampftraining wechselt.

Nach einer langen Pause, in der man sich immer so gut es geht versucht zu erholen, ging es am Abend weiter mit dem Finale der 6 besten aus der Qualifikation. Ich konnte meine Korrekturen aus der Quali gut umsetzten und ging viel fokussierter und lockerer an den ersten Boulder heran. Ich kam immer gut bis zum letzten Zug vor dem Top, jedoch fand ich nicht die richtige Lösung. So holte ich nur die Zone im ersten Versuch. In der Isolation bekam ich aber mit, dass sicher 3 Athleten den Boulder geklettert hatten. Dies brachte mich etwas aus dem Konzept und ich hatte mühe mit dem umzugehen. Obwohl ich eigentlich wissen sollte, dass bis zum letzten Boulder nichts verloren ist. Etwas genervt kam ich nun zum 2. Problem, ein kräftiger und steiler Boulder. Ich wusste genau, dass ich in klettern kann. Jedoch hatte ich das Gefühl, nicht mehr um das Podest zu kämpfen und so war die Spannung etwas weg und somit auch die Konzentration. Im 4. Versuch kletterte ich dann ziemlich locker bis zum Top. Nun versuchte ich in der Isolation die Konzentration aufrecht zu erhalten. Es gelang mir auch Teilweise, im dritten Boulder ging ich wieder fokussiert an die Sache heran. Wieder stürzte ich beim Zug an den Topgriff und holte somit nur die Zone. Nun war für mich klar, dass ich nicht mehr um das Podest mitkämpfte und mit dieser Einstellung ging ich auch an den letzten Boulder heran. Etwas enttäuscht aber doch mit dem Wissen, dass ich diesen Boulder klettern kann. Und so war es auch, im 3. Anlauf hielt ich den Topgriff in den Händen.

Mit dem 5. Rang beendete ich also diesen Wettkampf und mit dem Rang war ich nicht wirklich zufrieden. Ich ärgerte mich über mich selbst, denn hätte ich diese 2 Tops im ersten Versuch geklettert, wäre ich schon auf Platz 3 gelandet. Und dies wäre sicher möglich gewesen. Jedoch bin ich mit meiner Form sehr zufrieden und nehme die Positiven Sachen mit in die noch junge Saison. Ich hatte nie meine Zweifel in den kräftigen und steilen Wänden, was letztes Jahr oft mein Problem war. Ich weis nun, dass meine Form stimmt und das eigentliche Problem hauptsächlich der Mentale Aspekt ist. Und dies wird nun durch das kommende Wettkampftraining sicher noch viel trainiert.

Am 17. März geht es weiter mit dem CWIF in Sheffield (GBR). Ein Wettkampf an dem viele World Cup Athleten am Start sein werden, also eine gute Chance um Feinabstimmungen vorzunehmen.

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categories: bouldern, wettkaempfe, 2017

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Published on: 12 März 2017
Posted by: Kevin Heiniger