Bronze an der Schweizermeisterschaft

Nach ein paar Wochen ohne Wettkämpfe, ging es letzten Samstag weiter mit der Schweizermeisterschaft im Bouldern. Wie auch schon im 2016, war auch dieses Jahr die Boulderhalle B2 in Pratteln der Austragungsort des diesjährigen Kampfes um den Titel. Nach dem letzten Wettkampf, konnte ich nochmals eine saubere Trainingsphase durchlaufen. In dieser versuchte ich nochmals mit auf mich zugeschnittenen Trainings und Trainingsmöglichkeiten alles zu optimieren. Kurz vor der Schweizermeisterschaft fühlte ich wie das Training anschlug und ich fühlte mich so fit wie noch nie. So konnte ich es kaum erwarten bis es losging.

Am Samstag 13. Mai, war es dann soweit. Auch diesmal wurde die Qualifikation wie im World Cup durchgeführt. So war es für uns eine gute Vorbereitung für die kommenden Wettkämpfe. Ich kletterte locker und konnte auch im Kopf frei bleiben. Ich fühlte mich wirklich gut und dies bestätigte mir auch das Resultat nach der Qualifikation. Mit 4 Tops in 4 Versuchen, lag ich auf zweiter Stelle. Leider konnte ich einen Boulder nicht Top klettern. Ich fiel immer am letzten Zug hinunter, da ich zu fest schwitzte an den Fingerspitzen, rutschte ich immer zu früh weg. Ich war aber sehr zufrieden und konnte mich nun voll und ganz auf das Finale konzentrieren. Da die Kategorie U18 ebenfalls immer mit uns Wettkampf hat, gibt es meistens lange Wartezeiten zwischen den Runden. So hatte ich das Glück, dass meine Eltern mit dem Wohnmobil kamen und ich so gemütlich die Wartezeiten überbrücken konnte.

Gut erholt ging es dann am Abend mit dem Finale los, als zweitletzter ging es für mich in den Wettkampf. Diesmal hatte ich meine Kopfhörer auf voller Lautstärke, um mich möglichst wenig von den anderen ablenken zu lassen. Am ersten Boulder scheiterte ich leider kurz vor dem Top. Ich konnte jedoch den Boulder hinter mir lassen und mich weiter konzentrieren. Der nächste Boulder war eine Platte, die ich gleich im ersten Versuch durchsteigen konnte. Ich bemerkte trotz der lauten Musik, dass Alle etwa gleich gut im Rennen sind. So wusste ich, dass jeder Versuch sehr wichtig sein kann. Im dritten Boulder fand ich nicht gleich die beste Lösung und kletterte erst am Schluss meiner 4 Minuten zum Top. Ein klein wenig spielte ich mit den Gedanken auf welchem Rang ich wohl liege, konnte mich aber schnell wieder sammeln und konzentrierte mich auf den letzten Boulder. Wieder einmal ein sogenannter „run and jump“, hier handelt es sich um einen Boulder meistens an einer etwas flacheren Wand. Man hat dann 2-4 Griffe nur für die Füsse und man muss darüber rennen und auf dem letzten Tritt abspringen um sich dann an den ersten Griffen für die Hände festhalten zu können. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, habe ich ganz unten das Video der Schweizermeisterschaft verlinkt. So könnt ihr euch meine Beschreibungen etwas besser vorstellen. Das schwierige bei solchen „run and jump“ Boulder ist, dass man da sehr schnell viele Versuche verlieren kann. Da man genau das richtige Tempo und das Gleichgewicht finden muss, um zuletzt in der richtigen Position zu sein für den Sprung. Ich hatte auch solche Boulder in letzter Zeit öfter geübt und wollte mir beweisen, dass ich es auch am Wettkampf im ersten Versuch klettern kann. Der erste Anlauf war ziemlich knapp, ich verfehlte die Griffe nur ganz knapp. Ich blieb konzentriert und konnte dann im zweiten Anlauf Top klettern.

Nun war ich auf das Resultat gespannt, ich hatte wirklich keine Ahnung auf welchem Rang ich lag. Und genau dies war mein Ziel, ich wollte Alle Boulder für mich klettern. Ohne immer durch die Reaktionen des Publikums und durch die Rückkehr der anderen Athleten in die Isolation, zu erraten auf welchem Rang ich mich gerade befinde. Denn oft hatte ich zu früh gedacht ich sei aus dem Rennen und habe Mental aufgegeben. Das ist mir diesmal gut gelungen und ich konnte bis am Schluss konzentriert bleiben und bei jedem Boulder kämpfen. Es stellte sich heraus, dass 5 von 6 Finalisten drei Tops hatten. So kam es also auf die Versuche an und ich hatte 3 Tops in 6 Versuchen, damit landete ich auf dem dritten Platz. Zum zweiten Mal infolge holte sich Baptiste Ometz mit 3 Tops in 4 Veruchen den Schweizermeistertitel und hinter ihm Nils Favre mit 3 Tops in 5 Versuchen. Es war also eine ganz knappe Entscheidung und spannend bis zum Schluss. Herzliche Gratulation den beiden :)

Nach dem 5. Platz am ersten Swiss Cup bin ich eigentlich sehr zufrieden, dass es nun an der Schweizermeisterschaft für eine Medaille gereicht hat. Ausserdem war das Podest die Qualifikationskriterien um am World Cup in Vail zu starten und da ich im C-Kader bin habe ich mich auch noch für die EM München im August qualifiziert. Deshalb war es für mich ein erfreuliches Ergebnis, denn sonst wäre für mich die Wettkampfsaison im Bouldern vorbei gewesen. So habe ich nun zwei weitere internationale Wettkämpfe um mich zu beweisen.

Natürlich war ich nicht ganz zufrieden, ich fühlte mich wirklich in einer guten Form und der Sieg wäre definitiv möglich gewesen. Denn beim ersten Boulder sah ich im Nachhinein, dass ich nur den Daumen etwas anders hätte platzieren müssen um den Schwung abzufangen. Jedoch war das natürlich bei allen anderen auch so, denn alle hatten ja 3 Tops und mit einem mehr, hätte man klar den Sieg geholt. Aber danach ist man ja immer schlauer ;) Trotzdem habe ich bemerkt wie sicher ich mich in den Boulder gefühlt hatte und ein paar Versuche sind leider schnell vorbei. Mental wie Physisch bin ich gewachsen und bis zum World Cup Vail im Juni, versuche ich nun meine Form zu halten und sie so gut es geht noch zu verbessern. Ich hoffe wirklich, dass sich dort oder in München meine harte Arbeit auch international auszahlen wird :)

Wir werden es sehen :)

Komplettes Resultat findet Ihr HIER

Videozusammenshnitt vom Wettkampf HIER

Fotos HIER

categories: bouldern, wettkaempfe, 2017

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Published on: 19 Mai 2017
Posted by: Kevin Heiniger